Gianduja

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In dieser Woche widmen wir uns nochmal der italienischen Küche und machen erstmal einen Brotaufstrich aus dem Norden.
Gianduja wird aus nur 4 Zutaten hergestellt und lässt sich in Geschmack und Textur ganz an Eure Wünsche anpassen.

Geschichte:

Gianduja ist nach einer Figur aus der Commedia dell´arte benannt, die einen ehrlichen und treuen Mann aus dem Piedmont darstellt und der Wein, Essen und gute Gesellschaft ist. Sein Name ist ‘Gioan d’la Duja’ (Johannes vom Krug, da die Figur einen Krug trägt), verkürzt wird dies zu Gianduja. Der Hut dieser Figur soll die dreieckige Form der Schokoladenstücke von Caffarel inspiriert haben.

Über die Entstehung von Gianduja gibt es verschieden Legenden, so soll es einer Geschichte nach in Italien während der Herrschaft Napoleons zu einem Mangel an Schokolade gekommen sein, da der Handel mit England verboten war, die Kakao damals importierten.
Eine andere Geschichte erzählt, dass Gianduja 1852 von Paul Caffarel mit der Hilfe von Michele Prochet erfunden wurde.
Auch wenn diese Legenden wiederlegbar sind, Napoleons Herrschaft war von 1806 bis 1812 und Michele Prochet war 1852 erst 13 Jahre alt, gibt es doch einige Fakten, die belegt sind und bei denen Napoleon auch eine Rolle spielt.
Während Italien bis heute ein streng katholisches Land ist und zu Beginn des 19. Jahrhunderts war es das erst recht. Dies hatte die Waldenser, frühe Protestanten, in die Berge des Piedmont getrieben. Unter Napoleon gab es eine Politik der religiösen Toleranz, sodass die Waldenser ihre handwerklichen Fähigkeiten in die Städte bringen konnten.
Eine dieser Waldenser Familien waren die Watzenborns, Gerber, die in Turin eine Gerberei aufbauten. Als die Profite sanken, schlossen sie sich mit dem örtlichen Chocolatier Giovanni Martino Bianchini zusammen, der eine wasserbetriebene Fabrik zur Verarbeitung von Kakao erfunden hatte. Nachdem das Oberhaupt der Familie Watzenborn gestorben war, ging der Besitz an Pier Paul Caffarel, einen Waldenser, der aus derselben Stadt kam, über, der die Firma Caffarel gründete. Caffarel wird heute die Erfindung des Gianduja zugeschrieben, die zunächst givu (Zigarettenstummel) hießen. Sie waren die ersten einzeln verpackten Schokoladenstückchen weltweit und bekamen ihren Namen 1865 während des Karnevals von Turin, wo sie ins Publikum geworfen wurden.
In einer anderen Firma in einer anderen Zeit aber der gleichen Region hatte Pietro Ferrero, der Gründer der gleichnamigen Firma nach dem zweiten Weltkrieg Probleme, seine Ware zu verkaufen. Den Menschen waren die Schokoladen zu teuer, Ferrero versuchte, sie günstiger herzustellen. Er streckte sie mit Haselnüssen und nannte sie Giandujot. Es war eine dicke Tafel aus weicher Schokomasse, von der Stücke abgeschnitten und auf Brot gegessen wurde. Nach dem Tod des Firmengründers überarbeitete sein Sohn Rezept und Namen von Giandujot, Supercrema wurde entwickelt, die ein internationaler Erfolg war. Der italienische Name war allerdings ein Problem und so wurde aufwändig die 1964 vorgestellte Marke Nutella entwickelt.

Rezept

Zutaten:

200 gHaselnüsse
200 gSchokolade (etwa 60%)
100 gPuderzucker
1 PriseSalz

Zubereitung:

Den Backofen auf 180°C vorheizen.
Die Haselnüsse auf ein Backblech geben und im Backofen 6 Minuten rösten. Sind die Haselnüsse noch nicht geschält, einfach in ein Küchentuch geben und nach dem Abkühlen im Tuch zwischen den Händen reiben, bis das meiste der Schale ab ist.
Die Nüsse in einem Mixer bis zur gewünschten Feinheit pürieren.
Die Schokolade über einem Wasserbad schmelzen, den Puderzucker hineinsieben, eine Prise Salz hinzugeben und untermischen.
Zum Schluss die Haselnüsse untermischen.
In einem sterilisierten Glas bis zu 6 Monate haltbar.

Essen mit:

– Pur vom Löffel
– Pfannkuchen
– Toast
– Eis
– Nudeln
– …

Tipp:

Püriert man die Nüsse sehr fein, wird es ein Mus und die Masse wird nicht sehr fest, sondern bleibt streichbar. Ansonsten kann man etwas Sonnenblumenöl unterrühren oder die Masse sanft erwärmen, wenn man sie essen will.

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