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Nun wenden wir uns in dieser „Taschen-Woche“ den sehr viel kleineren Mantı aus der Türkei zu. Obwohl auch Taschen sind sie doch ganz anders, schmecken aber genauso gut.

Geschichte:
Mantı haben ihren Namen vermutlich von Mantou, einem früher gebräuchlichen Wort für gefüllte Teigtäschchen. Diese werden in China im modernen Mandarin als Baozi genannt, während man heute gedämpfte Hefeteigbrötchen als Mantou bezeichnet.
Man geht davon aus, dass Mantı in der Region des Mongolischen Reiches entstanden, eine der frühesten Erwähnungen als Mantas findet sich im Manuskript Yinshan Zhengyao von Hu Sihui aus dem Jahr 1330, einem Hofarzt im Dienste des Kaisers Buyantu Khan der Yuan-Dynastie.
Von dort verbreiteten sie sich entlang der Seidenstraße bis nach Anatolien, da getrocknete Mantı von türkischen und mongolischen Reitern leicht zu transportieren und über dem Feuer einfach zuzubereiten waren.
Durch die Allianz zwischen Armeniern und Mongolen waren Mantı wohl bereits im 13. Jahrhundert in Armenien bekannt. Als Tartaren sich dann in der heute als Kayseri bekannten Region niederließen, wurde diese für ihre Mantı bekannt.
Das erste bekannte schriftliche Rezept für Mantı aus dem Ottomanischen Reich erschien in dem Kochbuch von Muhammed bin Mahmud Shirvani aus dem 15. Jahrhundert.
In türkischen Kochbüchern tauchte dann lange kein Rezept mit dem Namen Mantı auf. Rezepte mit diesem Gericht tragen den Namen Tatar böreği, der Unterschied ist lediglich, dass keine Joghurt-Sauce dazu gereicht wird.
In die andere Richtung verbreiteten die Mongolen das Gericht übrigens auch, so erreichte es im 14. Jahrhundert Korea.
Rezept
Zutaten:
Teig:
500 g | Mehl |
1 | Ei |
120 ml | Wasser, lauwarm |
1 TL | Salz |
Füllung:
400 g | Rinderhackfleisch |
1 | Zwiebel, fein gehackt |
2 TL | Pfeffer |
Soße
250 g | Joghurt, griechischer Art |
3 Zehen | Knoblauch, gepresst |
Salz | |
2 EL | Butter |
1 EL | Tomatenmark* |
2 TL | Paprikapulver, rosenscharf* oder edelsüß* |
1 TL | Sumach* |
120 ml | Wasser |
Minze, getrocknet* |
Zubereitung:
In einer Schüssel Mehl und Salz mischen, dann das Ei hinzugeben. Während des Rührens langsam so viel Wasser hinzugeben, dass ein fester Teig entsteht, der nicht am Rand kleben bleibt, alternativ an das Vorgehen wie bei Ramen-Nudeln halten und den Knethaken* bei voller Geschwindigkeit laufen lassen, dabei die Flüssigkeit langsam eintröpfeln lassen..
Mindestens 30 Minuten abgedeckt ruhen lassen.
Für die Füllung das Hackfleisch, die Zwiebel und den Pfeffer gut verkneten.
Den Teig in mehreren Portionen schrittweise durch die Pastamaschine* lassen oder ausrollen, bis der Teig 0,5mm dick ist. In Quadrate á 3cm schneiden*. Jeweils etwas Füllung darauf geben und die Ecken zur Mitte hochklappen. Den Teig der Spitzen andrücken. Wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist.
Joghurt mit Knoblauch und etwas Salz mischen.
Die Butter in einer kleinen Pfanne* schmelzen, Tomatenmark hineinrühren und 2 Minuten köcheln. Paprikapulver, Sumach und Wasser einrühren.
In einem großen Topf* gesalzenes Wasser aufkochen und die Mantı kochen, bis sie an die Oberfläche steigen.
Anrichten:
Die Mantı auf Teller geben, etwas Joghurt darauf verteilen, mit Tomatenöl beträufeln und mit etwas Minze bestreuen.
Tipps:
– Will man die Mantı aufheben, kann man sie im vorgeheizten Backofen bei 200°C backen, bis die Seiten golden werden. Anschließend kann man sie in Gefrierbeuteln einfrieren.
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