Spaghetti alla Puttanesca

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Wenn Ihr mal wieder auf die Schnelle ein leckeres Nudelgericht zaubern wollt, empfehle ich Euch die Spaghetti alla Puttanesca. Mit wenigen Grundzutaten, die meisten davon länger haltbar, könnt Ihr ein Gericht kochen, das mal was anderes ist als immer nur Nudeln mit Tomatensoße.

Geschichte:

Woher die Sugo alla Putanesca auch immer ihren Namen haben, er stammt von Puttana, den Huren, ab. Puttana entwickelte sich über das Alt-Französische putain aus dem Lateinischen puta (Mädchen) ab.

Die Namensgebung hat verschiedene Legenden.
Eine besagt, dass dieses Gericht in den Bordellen des Quartieri Spagnoli in Neapel entstand, da es sich schnell zwischen den Besuchen der Freier zubereiten ließ.
Eine andere erzählt, dass in den 1950ern die Bordelle in Italien vom Staat betrieben wurden und case chiuse hießen (geschlossene Häuser), da die Fensterläden immer geschlossen waren. Den Frauen war es nur einmal wöchentlich erlaubt, einkaufen zu gehen, da ihre Arbeitszeit wertvoll war. So mussten sie gegen Ende der Woche Gerichte aus den haltbaren Lebensmitteln zubereiten, die sie zu diesem Zeitpunkt noch hatten.
Sandro Petti, Mitbesitzer des Rancio Fellone auf Ischia, erzählt, dass er das Gericht in den 1950ern erfand. An einem Abend, kurz vor Lokalschluss hätten ein paar Gäste noch nach Essen gefragt. Als er antwortete, dass er nichts mehr da habe, hätten sie gesagt: „Facci una puttanata qualsiasi“ (Rühr irgendeinen Sch… zusammen). Sandro Petti habe nur noch vier Tomaten, zwei Oliven und ein paar Kapern gefunden, das Gericht war geboren. Da die Gäste es mochten, setzte er es später auf die Karte.

Sehr ähnliche Gerichte sind in verschiedenen Kochbüchern unter anderem Namen bereits im 19. Jahrhundert dokumentiert. Zum Beispiel gibt es im Cucina teorico-pratica von Ippolito Cavalcanti aus dem Jahr 1844 das Gericht Vermicelli all’oglio con olive capperi ed alici salse. Neben vielen anderen Rezepten aus Neapel taucht auch im Jahr 1931 im Touring Club ItalianoGuida gastronomica d’Italia ein Rezept mit den gleichen Zutaten unter dem Namen Maccheroni alla marinara als Spezialität aus Kampanien auf.
Unter dem Namen Puttanesca taucht das Gericht erstmals in der Novelle Ferito a Morte von Raffaele La Capria aus dem Jahr 1961 auf.
Allerdings taucht es in der Ausgabe des Silberne Löffel von 1971 das Gericht noch nicht auf, allerdings die neapolitanischen Spaghetti alla partenopea, die mit Sardellen und reichlich Oregano zubereitet werden, während die Spaghetti alla siciliana sich durch die Zugabe von grünem Paprika auszeichnen.

Regionale Varianten:

Kampanien: Frische Tomaten, Kapern, schwarze Oliven, Knoblauch, Oregano, manchmal Peperoncino
Neapel direkt: keine Anchovis
Lazio: Petersilie statt Oregano und manchmal werden die schwarzen durch grüne Oliven ersetzt.

Absolut verboten:

– Kein Parmesan, wenn Anchovis darin sind
– Kein Basilikum
– immer mit Kapern

Rezept

Zutaten:

500 gSpaghetti*
400 gTomaten, geschält, gehackt*
4Sardellenfilets* (in Öl)
80 gOliven, schwarz, gehackt
40 gKapern*, gehackt
100 mlOlivenöl*
1 ZeheKnoblauch, halbiert
1Pepperoni, kleingeschnitten
½ BundPetersilie, fein gehackt
Salz

Zubereitung:

In einer großen Pfanne* das Olivenöl erhitzen, Chili und Knoblauch hineingeben und kurz anbraten. Dann die Sardellen hineingeben und den Knoblauch wieder herausheben.
Tomaten, Oliven und Kapern hineingeben, Salzen und solange kochen, bis die Tomaten zerfallen. Diese dann mit einer Gabel zerdrücken.
Die Nudeln bissfest kochen, abgießen und in die Pfanne geben. Bei mittlerer Hitze einige Minuten ziehen lassen, dabei oft umrühren.

Anrichten:

Auf großen Tellern anrichten und mit der Petersilie bestreuen.

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